Das Wildrattentagebuch

05.06.2007

Die kleinen Wildratten sind gesund zur Welt gekommen. Das Geburtsdatum kann allerdings um 2 Tage abweichen, da es nicht genau zu ermitteln ist.

 

15.06.2007

Leider hat ein Hund das Rattennest gefunden und die Rattenmama und einige Babies tot gebissen. Doch die Besitzerin des Hundes hat schnell reagiert und konnte 3 Babies (2 Böckchen und 1 Weibchen) retten. Diese hat sie dann schnell zu ihrer Bekannten gebracht, da diese sich mit Ratten auskennt. Zum Glück hatte sie auch gerade einen 10-Tage alten Wurf mit 11 Rattenwelpen. Also einfach ausprobiert und die Wildrattenbabies der Farbrattenmama untergeschoben. Hat geklappt und die Wildratten hatten eine Überlebenschance.

   

15.07.2007

Fridolin und Esmenia sind nun von der Farbrattenmama getrennt. Nach einer Party mitten in der Nacht habe ich die beiden zu mir nach Hause genommen und dort erstmal in einem Hamsterkäfig untergebracht. Die Autofahrt haben sie in einem Holznistkasten für Vögel, der in einer Transportbox untergebracht war, überstanden. Dieser Holznistkasten dient auch für die Zukunft als Rückzugsmöglichkeit für die Wildratten. Ich habe das Eingangsloch mit einem Abflusssieb versehen, was ich bei Bedarf vor das Loch schieben kann.

               

    

               

Fridolin bringt mit knapp 6 Wochen 67 gr. und Esmenia 56 gr. Auf die Waage.

Nun sollen die beiden natürlich in meine Gruppen integriert werden. Zuerst hat sich Esmenia in den Nistkasten zurückgezogen und ich konnte sie ohne Probleme in die Damenvoliere verfrachten. Ganz schnell hat sich dann in der Voliere versteckt. Auch Fridolin konnte ich mit Hilfe des Nistkastens in die Bockvoliere bringen. Leider ist das schief gegangen. Statt aus dem Nistkasten in Richtung Rückwand der Voliere zu springen, zog er die andere Richtung vor und war auch schon weg. Fridolin hat sich unter den Volieren versteckt. Aber anscheinend war er doch neugierig und begann an der Seite der Damenvoliere hoch zu klettern. Da habe ich blitzschnell zugegriffen und hatte den kleinen Ausreißer in der Hand. Das gefiel Fridolin überhaupt nicht und er hat dann auch 4 mal zugebissen, aber ich habe nicht locker gelassen und ihn in die Voliere gesetzt.

Gegen Abend habe ich dann die beiden gesucht. Esmenia hatte es sich bei Mara in der Hängematte gemütlich gemacht und Fridolin saß hinter der Plastikwanne unten im Käfig.

Die nächsten Tage habe ich beide erstmal in Ruhe gelassen, damit sie sich in den Rudeln einleben können. Esmenia hat die Voliere überall inspiziert und auch keine Probleme mit den anderen Rattendamen. Fridolin allerdings versteckt sich gerne in den Röhren, was Calimero überhaupt nicht gefällt. Der sitzt dann nämlich davor und ist böse, während Fridolin in der Röhre schreit. Aber da muss er eben durch.

         

19.07.2007

Im Flur habe ich eine Ecke ( ca. 1,50 x 1,00 m) mit einem Paravant abgeteilt. Nun habe ich mittels des Nistkastens Fridolin hierher transportiert und ihn laufen lassen.

Es ist nicht einfach die Wildratten in der Voliere ausfindig zu machen und dann einzufangen. Entweder klappt es mit den Nistkasten oder ich nehme eine Röhre.

Natürlich hat er erstmal nach einer Ausbruchmöglichkeit gesucht, aber die gab es nicht. Langsam habe ich mich mit der Hand genähert, aber er ging gleich in Abwehrstellung. Also habe ich mich einfach nur auf dem Fußboden gesetzt und abgewartet. Fridloin hat sein neues Reich erkundet und ist dabei natürlich auch auf mir rumgekrabbelt. Ab und zu konnte ich ihn auch mal streicheln. Nach einiger Zeit habe ich dann das Loch von dem Nistkasten wieder freigegeben und Fridolin ist sofort wieder im selbigen verschwunden. Nun konnte ich ihn wieder in die Voliere bringen. Sein Gewicht beträgt schon 75 gr.

       

22.07.2007

Auch mit Esmenia habe ich mich im Flur beschäftigt. Sie habe ich in der Röhre gefangen und wollte sie dann in die Transportbox „schütten“. Doch sie zog es lieber vor oben aus der Röhre zu springen und sich unter der Voliere zu verstecken. Nach einiger Zeit habe ich sie dann aber mit dem Nistkasten wieder einfangen können. Außerdem scheint sie doch etwas schlauer zu sein. Sie hat mich nämlich versucht mich für ihren Ausbruch zu missbrauchen. Zuerst klettert sie an mir hoch, um dann von der Schulter gegen den Paravant zu springen. Kaum gelandet versucht sie auch noch bis nach oben zu klettern, um dann abzuhauen. Doch den Spaß habe ich ihr verdorben, indem ich sie durch meinem Arm am weiterklettern hinderte und sie dann wieder auf dem Fußboden gelandet ist. Mit vorsichtigen Annäherungsversuchen kann ich sie auch schon mal streicheln. Auch ihr Gewicht beträgt jetzt 77 gr. Auch Esmenia bekomme ich mit Hilfe des Nistkastens gefangen und kann sie dann wieder in die Voliere zurücksetzen. Einige Zeit später höre ich Esmenia quieken. Mara hat nämlich nichts Besseres zu tun, als Esmenia im Nacken zu packen und durch die Voliere zu tragen.

        

24.07.2007

Fridolin wiegt jetzt 98 gr. Und muss sich nun mit den anderen Böcken im Flur beschäftigen.

Das klappt auch hervorragend. Er wird mal kurz beschnüffelt und dann war es das auch schon. Allerdings ist Calimero da ein bisschen rabiater und Fridolin unterwirft sich lieber. Er liegt auf dem Rücken und rührt sich nicht, während Calimero ihn beschnuppert. Da Fridolin weiterhin auf dem Rücken liegen bleibt, obwohl Calimero schon längst weg ist, habe ich Fridolin angetippt, damit er wieder auf den Rattenpfoten landet. Er zieht sich auch gleich in eine Ecke zurück. Langsam nähere ich meine Hand Richtung Fridolin. Er lässt es auch zu, das ich über seinen Rücken streichele, allerdings will er nicht auf meine Hand. Sofern sich aber Calimero nähert, dann läuft er lieber weg und versteckt sich hinter meinem Rücken oder krabbelt an mir herum.

          

25.07.2007

Auch Esmenia darf mit den anderen Rattendamen im Flur laufen. Hier gibt es keine Probleme. Auch sie lässt sich von mir streicheln und krabbelt auf mir herum. Ihr Gewicht beträgt nun 85 gr.

      

26.07.2007 – 05.08.2007

Esmenia und Fridolin haben im Wechsel mit den anderen Gruppenmitgliedern Auslauf im Flur und es funktioniert alles hervorragend. In den Volieren ziehen sie es aber lieber vor sich unten hinter den Wannen aufzuhalten. Beide haben sich da auch schon ein kleines Vorratslager angelegt. Aber manchmal flitz auch eine Wildratte durch die Voliere. Die beiden sind ja so verdammt schnell.

                

Fridolin in seiner Ecke am 27.07.2007

und auf Entdeckungstour

und hier mit Calimero

         

am 29.07. bei Kletterversuchen

und am 05.08.2007

           

06.08.2007

Esmenia mit ihren 115 gr. Turnt wieder auf mir herum, um einen Fluchtweg zu finden. Auch sie kann ich streicheln, ohne das sie schreit oder wegläuft. Aber nun hat sie schon wieder etwas Neues entdeckt: einfach an der Ecke vom Paravant (glattes Holz) hochklettern. Doch auch diesmal unterbinde ich ihren Fluchtversuch. Dabei muss ich allerdings recht schnell reagieren, denn anscheinend haben diese Wildratten einen Turbo eingebaut.

In den Volieren haben sich beide gut eingelebt und verbringen ihre Zeit bei verschiedenen Mitbewohnern in der Hängematte oder Schlafhaus.

                

Esmenia sucht am 28.07.07 nach einer Fluchtmöglichkeit

                     

und am 04.08. in ihrer Ecke

                

und auf Klettertour

     

07.08.2007

Fridolin bringt jetzt schon 156 gr. Auf die Waage. Da wir beide uns heute nur alleine beschäftigen und er immer versucht auf die Transportbox zu springen, nutze ich die Gelegenheit und halte ihm die Hand hin, damit er besser auf die Box kommt. Fridolin ist zwar misstrauisch, aber er sitzt dann doch schon mal auf der Hand. Das finde ich schon ganz toll, aber ihn mit der ganzen Hand anfassen, das lasse ich noch bleiben. Er muss noch mehr vertrauen zu mir haben. Wenn er dann in der Ecke liegt bekommt er Streicheleinheiten von mir. Ich merke, das es ihm gefällt, denn er liegt auch ganz entspannt da und die Augen werden immer kleiner.

 

12.08.2007

Fridolin bringt nun stolze 168 gr. auf die Waage. Hier ist er bei Calimero in der Transportbox.

 

                      

              

auf meinem Bein fühlt er sich wohl

                

und dieser Blick......

und wie kann ich hier abhauen???

 

villeicht klappt es ja mit der Leiter??

 

oder hier???

 

                

 

Leckerlies hat er auch schon aus der Hand genommen und übermütig in meinem Finger gezwickt. Langsam wird er zutraulicher.

                

13.08.2007

Auch Esmenia nimmt an Gewicht zu: 126 gr. Beim herumtollen hat sie auch ihren Spaß.

und klettert gerne.

Kann man solchen wunderschönen, unschuldigen Augen wiederstehen??

Und hier hat sie versucht am Paravant hoch zu klettern.

Körperpflege muss sein

               

19.08.2007

Esmenia bringt es nun schon auf 136 gr. und ist eine sehr lebhafte und neugierige Ratte.

 

20.08.2007

auch Fridolin entwickelt sich zu einem schönen Rattenmann und bringt es  schon auf 179 gr. Seine Kletterkünste stellt er auch schon unter Beweis. Außerdem läßt er sich gerne von mir kraulen, aber bleibt noch nicht lange auf der Hand sitzen. 

            

             

               

   21.08.2007 

auch Esmenia klettert gerne und vergnügt sich mit den anderen Rattenweibchen.

                 

               

             

            

             

            

  

und sie ist wirklich ein richtes Nagetier. Man sieht es an der Bodenwanne, die im Käfig steht

           

 

und an der Schutzleiste in der Voliere

 

         

 27.08.2007 

Wollte mich eigentlich mit Esmenia beschäftigen, aber das kleine Luder ist einfach aus der Voliere gesprungen und hat sich gleich darunter versteckt. Nun musste ich fast 2 Stunden lang versuchen das kleine Monster wieder einzufangen. Ihr machte es Spaß hinten an der Voliere hochzuklettern, wo ich natürlich nicht ran kam. Auch die Bockvoliere wurde mit einbezogen. Leider habe ich bei dieser Aktion den Bauch begutachten können und eine kahle Stelle an Esmenias Hals gesehen. Die Wunde gefiel mir natürlich gar nicht. Aber wie soll ich die verarzten?? Nachdem ich die Volieren auch von der Wand abgeschoben habe, konnte ich nun auch dahinter auf Rattenjagd gehen. Einmal war Esmenia am Hochklettern und ich griff schnell zu, aber sie biss auch genauso schnell zu. Sie hatte meinen linken Zeigefinger zu packen und wollte ihn wohl fressen. Ich habe aber nicht nachgegebn und sie mit blutenden Finger in die Geo-Maxibox gesetzt. Nun versuchte ich mit Hilfe eines Handtuches Esmenia in der Box zu greifen, um ihre Verletzung zu verarzten. Fehlanzeige. Die ist in der Box richtig ausgeflippt und ich hatte angst, das sie noch einen Herzschlag bekommt. Also habe ich die Box unten in die Voliere gestellt und ganz vorsichtig den Deckel geöffnet. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie die wieder aus der Voliere raus war. Doch nun ging es schneller, denn ich habe die Seiten mit Pappe abgesperrt und die Türen der Voliere unten aufgemacht. Hat nicht lange gedauert und Madam ging freiwillig in die Voliere.

             

 28.08.2007 

War beim TA, um mir Rat zu holen, wie ich die Wunde versorgen soll und ob ich ein AB geben muss. Der TA meinte ich solle ihr Spray raufmachen. Sehr witzig! Wie denn bei so einem Wirbelwind und in die Augen soll das Spray ja auch nicht. Ich habe dann AB-Tabletten mitbekommen, wovon sie 2 x tägl. (ach Du liebe Güte) 1/4 Tablette haben sollte. Also abends beim Auslauf die Medizin mit Nutricalpaste vermischt und ihr unter die Nase gehalten. Fehlanzeige: nee, das nehme ich nicht. Ich habe keine Chance gehabt ihr die Medizin zu geben.

 

 01.09.2007 

Esmenia und die anderen Rattendamen hatten wieder Auslauf im Flur. Erst dachte ich, das ich mir alles mit Esmenia verscherzt habe, aber sie ist nun mal nicht nachtragend und ließ sich von mir knuddeln. Auch auf die Hand durfte ich sie nehmen, zwar nur kurz, aber ich bin zufrieden. Von ihrer Wunde ist auch nichts mehr zu sehen. Gewichtsmäßig könnte sie etwas mehr haben, aber 144 gr. ist doch schon was. Natürlich habe ich zwischendurch auch mit Fridolin geknuddelt. Das geht immer im Wechsel: einen abend Esmenia und am nächsten dann Fridolin. Eigentlich ist der schon zahmer und guckt mich immer mit seinen großen schwarzen Kulleraugen ganz lieb an. Der kleine Kerl bringt schon 201 gr. auf die Waage. Wenn unsere Spielzeit im Flur beendet ist, dann stelle ich den Holznistkasten hin und Esmenia, wie auch Fridolin gehen dort mit Begeisterung rein und ich kann sie dann wieder in ihre Volieren setzen.

                

07.09.2007 

Esmenia und Fridolin werden immer zutraulicher. Beide lassen sich gerne von mir knuddeln und machen sich dabei ganz lang und sind entspannt. Auch den Kopf kann ich kraulen, ohne das gebissen wird. Fridolin wiegt nun 209 gr. und Esmenia 151. 

  

08.09.2007 

Esmenia entwickelt sich ganz toll. Sie macht sich ganz lang und läßt sich dann knuddeln und außerdem ist sie sehr neugierig.

  

          

11.09.2007 

Fridolin (224 gr.) mit Calimero

 

                 

Diesen Blick kann man nun doch nicht wiederstehen

              

              

Auf der Schulter mag er schon gerne sitzen

             

               

und krabbelt dann auch wieder runter

               

 

bis 13.10.2007 

Esmenia und Fridolin haben sich richtig eingelebt in ihren Gruppen.

Nachdem ich letzte Woche Bienchen zu den Damen gesetzt habe, hat die sich gleich mit Esmenia angefreundet.

          

            

           

          

          

       

         

        

typisch Weiber, immer putzen.

 

         

Gewichtsmäßig bin ich mit Fridolin (284 gr.) und Esmenia (200 gr.)  zufrieden.

   

14.10.2007 

Fridolin hat auch schon Bekanntschaft mit Mikal gemacht

            

  

           

und mag ihn auch




November 2007

Fridolin und Esmenia lassen sich gerne von mir kraulen und liegen dann auch ganz entspannt da. Es gibt auch mit den anderen Ratten überhaupt keine Probleme. Allerdings wollte ich beim Auslauf im Flur Fridolin wieder in den Holznistkasten haben. Doch der steckte nur den Kopf durch das Loch und ging aber nicht rein. Er sah mich an, als wenn er sagen wollte: "Wie soll ich denn durch das kleine Loch kommen?" Fridolin hat wohl doch schon etwas mehr an Umfang und passt nicht mehr durch das Loch. Also habe ich den Deckel etwas angehoben und Fridolin konnte in den Nistkasten klettern. Anschließend habe ich das Eingangsloch natürlich vergrößert, damit Fridolin nicht doch noch stecken bleibt.

Dezember 2007 

Da ich nun mal wieder eine Generalreinigung der Volieren plante, mussten die Ratten natürlich in einem anderen Käfig untergebracht werden. Dazu habe ich meine Böcke in den sogenannten Wurfkäfig untergebracht. Damit Fridolin auch eine Versteckmöglichkeit hatte, habe ich dort ein Schalfhaus hineingestellt. Doch Fridolin guckte lieber in der Gegend rum und hat auch nichts angenagt. Oft steht er auch in der Voliere und beobachtet mich. Sein Vertrauen zu mir wächst immer mehr.

hier versucht er gerade in seinen Kasten zu komen.

und auch die Körperpflege ist wichtig

er ist ein aufgeweckter, toller Rattenmann.

Nun war auch wieder der Auslauf mit Esmenia angesagt. Nach der Beendigung kommen meine Damen in eine Geo-Maxibox und Esmenia in ihr Holzhäuschen. Doch ehe ich mich versah sprang Esmenia auf die Box und wollte auch schon reinklettern. Blitzschnell habe ich mir das flinke Mädchen gegriffen und wieder auf den Boden gesetzt. Ob das nicht gefährlich war?? Esmenia liess sich anfassen und hatte nicht gebissen. Also das Vertrauen wächst immer weiter.

hier untersucht Esmenia gerade die Papprolle

und hier der Blick von der anderen Öffnung

bei diesem Blick weiß man nie, was gleich passiert

ruckzuck ist dieser kleine Rattenteufel am Paravant hochgeklettert

oder auf meine Schulter

und fühlt sich dort wohl

aber man kann ja auch am Bein hochklettern

Februar 2008 

Die beiden "Wilden" sind eigentlich ganz schmusig. Kann sie beim Auslauf etwas durchknuddeln, aber nicht in die Hand nehmen. Bei Fridolin habe ich bei Auslaufende wieder mal das Problem gehabt, das er nicht in den Holzkasten wollte. Der passt nämlich schon wieder nicht durch das Loch, da er schon wieder zugenommen hat. Na gut, dann musste er eben auch in die Geo-Maxibox zu den anderen und dann in die Voliere. Hat auch sehr gut geklappt.

Hier ist mein Oparatz Calimero gerade mit der Fellpflege von Fridolin beschäftigt.

 

und hier suchen Goliath und Fridolin nach einem Fluchtweg

April 2008 

Beim Auslauf der Böcke habe ich alle Türen der Voliere aufgelassen, um zu sehen was Fridolin macht. Nach einiger Zeit setzte er sich unten auf die Kante der Voliere und gucke erstmal durch die Gegend. Dann ein Satz und er war draußen und gleich unter der Voliere. Ganz vorsichtig guckte er nun dort hervor. Nach einiger Zeit wagte er ein paar Schritte ins Wohnzimmer, wobei er aber auch gleich wieder unter der Voliere Schutz suchte. Anscheinend gefiel ihm das und er wagte sich immer öfter im Zimmer herumzulaufen. Als dann der Auslauf für die Böcke beendet war ging auch Fridolin von alleine in die Voliere zurück. Kann eigentlich gar nicht besser laufen. Am nächsten Tag waren die Damen dran und da habe ich das gleiche Spiel gemacht. Auch Esmenia hat die Gegend erkundet und sich sogar auf die Voliere gewagt. Auch sie ging nach Auslaufende von alleine in die Voliere. Bin richtig stolz auf meine beiden Wildies.

22.08.2008 

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber Fridolin ist nun kastriert. In der letzten Zeit hat er die Schwänze der anderen Ratten sehr stark attakiert. Bevor ich noch eine verblutete Ratte in der Voliere finde, habe ich mich lieber für eine Kastration entschlossen. Ob es etwas bringt, ist abzuwarten, aber ein Versuch ist es wert. Da die beiden Wildratten jetzt schon über ein Jahr bei mir leben bin ich doch sehr zufrieden mit ihnen. Es gab keine Krankheiten. Nicht einmal eine Erkältung haben die beiden gehabt. Hoffe es bleibt auch so.

09.02.2009 

Am 08.02.09 gegen 15.00 Uhr habe ich meine Ratten nochmal mit Futter versorgt, da ich über Nacht wegbleiben wollte. Am 09.02. war ich dann gegen 09.30 Uhr zu Hause und ging ins Wohnzimmer. Dort viel mir gleich ein "Krümel" auf dem Tisch auf. Es war ein kleines Stückchen von meinem Kunststoffplatzset. Dieses hatte natürlich eine kleine Nagerspur. Mein Blick wanderte nach links zum Sofa. Ich dachte nur, das kann nicht sein und ist ein schlechter Traum, aber es war Realität. Das Sofa hatte ein Loch und der Schaumstoff war zerkleinert und lag daneben. Mein erster Gedanke: Esmenia. Und wie recht ich hatte. Esmenia lag auf Zeitungspapier zwischen den beiden Volieren auf der Erde. Das Papier hatte sie sich aus einer Ecke vom Wohnzimmerschrank rausgeklaut. Eigentlich habe ich damit nur eine Lücke verschlossen, damit dort keine Ratte unter, bzw. hinter dem Schrank kommt. Ich öffnete sofort die Tür der Voliere und Esmenia verschwand auch gleich in dieser. Nun habe ich erstmal das Zimmer auf Spuren untersucht. Es waren vom Sofa nur einige Stofftiere runtergefallen und die Tupperdose mit den Rattenleckerlies hatte Beisspuren und ein kleines Loch im Deckel. Meine Kabel (sind zwar gut gesichert, aber Esmenia erreicht alles) hatte keinerelei Nagespuren. Auf dem Tisch hatte ich eine Duftöllampe, die auch noch gefüllt war. Zum Glück war Esmenia da nicht rangegangen, obwohl sie eigentlich Durst hatte. Aber das ist wohl noch der Instinkt einer Wildratte. Das Loch im Sofa habe ich wieder einigermassen verschlossen und da dort ein Kissen drauf ist, fällt es auch nicht auf. Vielleicht sollte ich Esmenia ein kleines Glöckchen um den Hals binden, denn die flüchtet immer ganz schnell aus der Voliere, wenn ich Futter gebe. Die ist so flink, das ich das mitunter gar nicht mitbekomme.

Das Werk von Esmenia

August 2009 

Am 27.08.09 habe ich abends bei Esmenia eine dicke Backe festgestellt. Also gleich am nächsten Tag zum TA. Es hat ca. 1/2 Stunde gedauert, um Esmenia in die Transportbox zu bekommen, aber ich habe es geschafft. Mein TA guckte dann zu der Box und Esmenia sprang gleich an die Boxwand. Die dicke Backe ist ein Abszes, den man entweder aufspalten kann oder aber er geht von alleine auf. Mir war es natürlich lieber, wenn der TA ihn öffnet, aber dafür muss Esmenia in Narkose gelegt werden. Nun haben wir die Box gedreht, so dass die Abdeckung mit den Löchern unten war. Nun hat der TA versucht mit der Nadel der Spritze durch die Löcher Esmenia zu erwischen. Doch meine Esmenia ist nicht blöd und liess sich nicht pieksen. Der TA hat also 3 x sein Narkosemittel in die Luft gespritzt. Was aber nun machen?? Habe dann ein AB in Tablettenform mitbekommen. Zu Hause habe ich dann ein Stückchen Tablette zerdrückt, mit Babiebrei vermischt und Esmenia in die Box gestellt. Hier war sie wieder friedlich. Madam hat einige Stunden in der Box verbracht, aber den Brei nicht angerührt. Dann habe ich sie wieder in die Voliere gesetzt.

Am 28.08.09 durfte Esmenia während der Volierenreinigung im Zimmer laufen. Habe mir nämlich gedacht, dass ich die oberste Etage mit einem geschlossenem Brett vom Rest der Voliere abtrenne. Dort hat Esmenia dann Futter, Wasser, Röhre und Hängematte. Habe dann wieder das AB mit etwas Brei in den Käfig gestellt und es fehlte nur noch Esmenia, die unter der Voliere hockte. Aber da wir ja ein eingespieltes Team sind, ist es kein Problem, das sie in die Voliere geht. Man nehme einen Regenschirm und zieht den einmal unter der Voliere zur Seite durch. Esmenia kommt dann an der Seite raus und klettert im Eiltempo an der Voliere hoch und klettert dann oben gleich durch die geöffnete Tür in die Voliere. Habe dann gleich die Tür zugemacht. Esmenia wollte in der Voliere allerdings gleich wieder nach unten und ging in die Ecke, wo eigentlich die Röhrenverbindung zur nächsten Etage ist. Pech gehabt, denn nun war alles dicht. Wie ein Teufel ist das kleine Biest an das Volierengitter gesprungen und hat regelrecht randaliert. Die hat mich ganz schön angefaucht und ich war froh, das uns das Gitter trennte. Die war vielleicht sauer, das ich sie überlistet habe. Nach einiger Zeit hatte sie sich aber wieder beruhigt. Nun war ich ganz dicht an der Voliere und habe mit Esmenia geredet. Sie hat da ganz lieb gesessen und zugehört. Der Abstand betrug vielleicht 15 cm und ich hatte das Gefühl, als wenn sie wusste, das man ihr nur helfen will. Die Medizin hat sie allerdings nicht angerührt. Nach ein paar Stunden habe ich mich dann entschlossen, das Esmenia wieder mit den anderen Ratten Kontakt haben soll. Also musste ich das eine Brett wieder rausnehmen und gegen das mit der Öffnung für die Röhre wieder tauschen. Volierentür auf und Esmenia hat gleich die Flucht ergriffen: rauf auf die Voliere, an der Seite runter und dann gleich unter die Bockvoliere. Habe dann das Brett getauscht und alles wieder eingerichtet. Volierentür oben zugemacht und unten geöffnet. Esmenia dann mit dem Regenschirm unter Bockvoliere hervorgelockt und die ist dann auch gleich unten wieder rein in die Voliere. Das liebe ich so an Esmenia, das sie immer wieder freiwillig zurück in die Voliere geht. Mit dem Abszes kann ich jetzt nur abwarten, das er von alleine aufgeht und alles gut verheilt. Aber ich bin da sehr optimistisch, denn immerhin ist sie auch schon etwas über 2 Jahre alt und ist immer noch gesund , topfit und leider auch verdammt schlau.

30.08.2009 = Esmenia hat immer noch eine dicke Backe, aber es geht ihr super. Bin heute endlich wieder auf eines ihrer Verstecke gestossen. Da ich noch so einen Phonoschrank besitze, wo man unten die Schallplatten aufbewahrt und darüber eine Schublade ist. Mir ist schon des öfteren aufgefalen, das diese Schublade ein Stück offen war, was ich mir nun aber gar nicht erklären konnte. Esmenia ist unten in den Schrank geklettert und hat sich dann an den Langspielplatten hochgehangelt. Dort hat sie dann die Schublade von hinten nach vorne geschoben und konnte durch diese schmale Lücke dann auch in die Schublade gelangen. In dieser befinden sich Musikcassetten, die von Esmenia natürlich etwas durcheinander geschoben wurden.

Der Abstand zwischen den Schallplatten und dem Boden der Schublade beträgt knappe 3 cm. Da gehört doch schon einiges zu, um auf dem Schallplatten dann noch die Schublade nach vorne aufzudrücken.

Bin ja nun gespannt, was Esmenia mir noch Verstecke verrät.

05.09.2009 = Esmenia hat immer noch eine dicke Backe, ist aber putzmunter.

29.09.2009 = Esmenia ist putzmunter und frisst auch gut, aber die dicke Backe verschwindet nicht, sondern sieht furchtbar aus. Habe mir im Zoohandel nun einen kleinen Transportkäfig für Vögel gekauft. Es hat auch nicht lange gedauert und ich habe Esmenia mit Handschuh eingefangen und in die Box gesteckt. Dann gleich zum Tierarzt. Dort konnte sie endlich eine Narkosespritze bekommen und sie schlief auch recht schnell ein. Die Wunde wurde nun ausgeschabt. Es war eine übel richende Masse aus Eiter und anderes Gewebe. Unterhalb dieser Wunde war auch schon ein Loch in der Backe. Leider hatte sich das alles schon bis auf den Knochen durchgefressen und so haben wir Esmenia auch gleich die "Todesspritze" gegeben. Man hätte diese Wunde nicht mehr schliessen können und Esmenia hätte nach diesem Eingriff bestimmt Schmerzen gehabt. Da ich mir große Vorwürfe mache, ob ich ihr vorher hätte helfen können, sagte mein Tierarzt nur, dass das immer weiter gewachsen wäre und jeder TA-Besuch nur unnötiger Stress für Esmenia wäre.

Hier mal ein paar Fotos

Esmenia war nie richtig zahm, aber sie kam auch mal von alleine auf meinem Schoß und hat mich beobachtet. Der Freilauf im Zimmer war auch kein Problem, da sie meistens von alleine in die Voliere zurück ging. Ich bereue es nicht, das ich mit Fridolin und Esmenia 2 Wildratten hatte. Was ich nur stark kritisiere ist, das die Welpen bei jemanden aufgewachsen sind, wo die Person keine Ahnung wvon der Rattenaufzucht hatte. Gerade in den ersten Wochen hätte man sich täglich mit ihnen beschäftigen müssen, damit sie sich an den Menschen gewöhnen.

In meinem Herzen bleiben Esmenia und Fridolin jedoch unvergessen.